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Künstlerische Entwicklung 2008 bis 2012



Nach Beendigung meines Studiums 2008 viel ich wie viele erstmal in ein Loch. Eine Komilitonin hat einmal zu mir gesagt, das Studium sei wie ein Elfenbeinturm... Sie hatte recht, genauso fühlte es sich an. Ich war jetzt Diplomkünstlerin und hatte nicht wirklich eine Vorstellung, was das bedeutete und wie es konkret weitergehen sollte.

Ich begann mich künstlerisch mit der Frage, was künstler sein bedeutet und was Kunst eigentlich ist, auseinanderzusetzen. In dieser Zeit entstanden Arbeiten, für die ich unterschiedliche Medien wählte:

    

In meiner malerischen Entwicklung gab es nach dem Diplom einen Bruch, der gleichzeitig ein gewaltiger Sprung nach vorn in meiner Entwicklung darstellte.
Während des Studiums waren die meisten meiner Bilder Kopfgeburten. Beim erste Bild, das ich nach dem Studium malte, ging ich zunächst genauso an, wie bisher. Doch dann warf ich alles bisherige von einem Augenblick auf den anderen über Bord und arbeitete mit zwentimeterdicker roter und schwarzer Farbe und einem alten groben Stück Holz auf dem Bild. Ich sagte mir, entweder du zerstörst es jetzt oder es wird richtig gut. Und es wurde richtig gut. Ich erkannte, das ich auch mit dem Material, der Farbe an sich sprechen konnte, z.B. durch Strukturen und der Art des Farbauftrags. Es war als hätte ich gefunden, wonach ich die letzten Jahre vergesblich gesucht hatte.

Den Bildraum habe ich immer schon als einen eigenständigen Raum mit einer eigenen inneren Logik gesehen, der unhabhängig vom realen Raum existiert. Ich meine nicht Raum im Sinne von Perspektive und Sinnestäuschung, sondern eher einen Gedankenraum. Hinzu kommt jetzt, das alle Referenzen zu Bildern und Symbolen der Kunstgeschichte wegfallen, mit denen ich vorher gearbeitet habe, jedenfalls im Sinne des bewussten Einsatzes. Sie sind natürlich als eine Art Vokabular im Hinterkopf, bzw. im Unterbewußtsein immer vorhanden... Mein Ziel war es die Bilder so anzulegen, das sich ein möglicher Sinn nur aus dem Bild selbst heraus erschließen läßt.
Ich begann zu forschen, wie ich Motiv und Farbgrund miteinander korrespondieren lassen konnte. Auf einmal ergab sich ein Bild aus dem anderen und ein Thema ergab sich ganz wie von selbst aus dem Arbeitsprozess heraus. Das war wahnsinnig faszinierend für mich zu erleben.

    

In den frühen Bildern arbeitete ich bei den Motiven mit Lasurtechnik und vielen Schichten. Sie standen dadurch in einem extremen Kontrast gegenüber der reinen, plastischen Farbe des Bildgrundes.

Von anfang an gefielen mir die ersten Schichten besonders gut, sie wirkte leicht und skizzenhaft. Ich hatte das Gefühl, je mehr Schichten ich nutze desto mehr Leichtigkeit büßte das Motiv ein, darum reduzierte ich die Schichten immer mehr bis ich für das Motiv am Ende nur noch eine Farbschicht verwendete:



    

Parallel dazu experimentierte ich mit Bildern, bei denen ich die Motive aus der fliessenden Farbe herausarbeitete. Die Bilder entstanden sehr schnell, die kleinen teilweise in wenigen Minuten.



Um den Motiven noch mehr Leichtigkeit und Flüchtigkeit zu verleihen, begann ich mit Kohle zu zeichnen statt sie zu malen. Durch Wasser, extrem verdünnte Acrylfarbe o.ä. das ich auf die Leinwand goß, begann die Zeichnung zu zerfliessen und sich aufzulösen. In den ersten Bildern wird besonders der Kampf der Zeichnung ums überleben deutlich und das Behaupten gegenüber der feindlichen Farbwelt. Um die Figuren noch mehr in die Bildwelt des Farbumraumes zu integrieren ging ich bald dazu über die Figuren in der Farbe schwimmen und tauchen zu lassen. Ich lies mich hierzu von Unterwasserfotos und Filmen inspirieren.

Die Bilder, die Ende 2011 bis Mitte 2012 entstanden sind wirken zum Teil sehr düster. Ich wurde in dieser Zeit von Nachrichten über die Fokushima-Kathastrope überflutet und denke, das das einigen Einfluss auf meine Malerei genomment hat.



Ende 2011 wurden meine Malereien wieder ein wenig fröhlicher und auch Farben kamen langsam wieder ins Spiel.