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AIR-Stipendium Bonn 2013



Die Galerie "Raum für Kunst und Natur" in Bonn schreibt jedes Jahr ein Artist in Residence Stipendium aus, dieses Jahr zum Thema "Natur und Natürlichkeit". Das Stipendium dauert vom 09. bis zum 31. August 2013. Und endet mit einer Finissage, bei der alle Projektergebnisse präsentiert werden. Hier geht es zur Webseite.

Zu beginn des Projektes hatte ich eine Einzelausstellung in der Galerie, die als Gelegenheit diente mich vorzustellen und die Projektidee zu präsentieren. Ich entschied mich für eine reine Malerei Ausstellung. Hier sehen sie ein paar Eindrücke:



Ein paar mal wurde ich gefragt, wo denn die Verbindung zwischen meiner Malerei und dem Projekt liegt.
Das ist für Aussenstehende wahrscheinlich auch nicht leicht nachvollziehbar. Ich habe mich über Jahre ausschließlich mit der Malerei beschäftigt und bilde mir ein, an dem Punkt angelangt zu sein, an dem ich wirklich verstehe, was ich da mache und erkenne so auch die Grenzen des Mediums.
Verbindendes Element ist das Thema, das allen gezeigten Arbeiten zugrunde liegt, nämlich die Beschäftigung mit einer für mich einschneidenden Erfahrung, dem Erlebnis, das, wenn man versucht Momente, Dinge oder Gefühle fest zu halten, diese manchmal unmerklich sterben... In der Malerei kann ich sehr persönlich an die Thematik herangehen und ins Besondere Gefühle und das Unbewusste mit einbeziehen.

Die Verwendung des Mediums Installation ermöglicht es mir, das Thema abstrakter zu behandeln und mit neuen weitergehende Fragestellungen zu verknüpfen. Die Malerei hat ihre Grenzen, die ich zwar durch Verwendung von Fremdmaterialien im Bild oder durch die Erweiterung des Bildes in den natürlichen Raum ausweiten kann, aber mich interessiert auch sehr das Spiel mit dem Raum, dem Material und dem Betrachter.

FRÜHLING IM AUGUST
Material: 2500 Heckenrosen, Zuckerwasser, Parfüm

Während des Projektzeitraumes lege ich an verschiedenen Orten im Stadtgebiet Beete an, die ich mit künstlichen Heckenrosen bepflanze, welche mit einer Zuckerwasser-Parfüm-Mischung für Bienen attraktiv gemacht wurden. Die Installationen werden dokumentiert und in Form von Fotos in der Galerie präsentiert.

Die Idee: Die künstlichen Rose, die als Liebesbotschafter nach den Gesetzen der Ökonomie erschaffen wurde: "ist billig und hält ewig", wird durch die Präparation mit Honig und Parfüm wieder lebendig.
Als attraktiver Anziehungspunkt für Bienen ist sie Symbol für Erotik und sexuelle Anziehungskraft und wirft die Frage nach dem Warencharakter Mensch genauso auf, wie sie auf die Debatte der sozialen Verarmung unserer Gesellschaft anspielt.



AUS DEM LEBEN EINER ROSE
Dokumentarfilm, 18min

Der Film ist ein Stummfilm und wird während der Finissage von den Besuchern mit Bienengeräuschen unterlegt.

    


DER GRÜNE TEPPICH
Material: Teppich, Kresse

In dieser Arbeit kombiniere ich künstliche und lebendige Elemente in einem Objekt. Ich platziere es ganz bewusst in einem Durchgang, so dass es für den Besucher einer Aufforderung zum Betreten gleich kommt.

In dieser Arbeit geht es mir um das Spiel mit der Aufmerksamkeit und um die Untersuchung des Auslösers für das Gefühl von Schuld und Unschuld. Der Besucher soll dazu gebracht werden sein eigenes Handeln, sei es bewusst oder unbewusst, in Frage zu stellen.



64
Material: Kunstrasen, Rollrasen

Ich habe aus 49 Quadraten Rollrasen und Kunstrasen ein quadratisches Feld zusammengesetzt, das an ein Schachbrett erinnert, allerdings stimmt die Anzahl der Felder nicht überein. An den Seiten liegen Schilder mit dem Aufdruck "betreten erwünscht". Die Besucher sind dazu eingeladen das Feld barfuß zu erleben.

In dieser Arbeit geht es mir um die Frage nach einer Grenze zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit. Gibt es diese wirklich noch? Ist heute nicht alles irgendwie künstlich? Handelt es sich um das Symbol eines Schachfeldes/Schlachtfeldes oder um ein harmonisches geometrisches Muster? Ich gebe keine Antwort auf diese Fragen, sondern lade den Betrachter ein selber zu erleben und zu erforschen.





Während der Umsetzung des Projektes kamen mir noch ein paar weiterführende Ideen: