Michaela Hanemann

Keimzellen Projektion #1

Media installation, drawing, AI animation, projection, 2025

Keimzellen Projektion #1 2025

Über das Werk

The installation Germ Cells explores the boundaries between language, body, and technology. At its core is a honeycomb structure composed of numerous germ cells, each containing drawn ideas, sketches, and fragmentary images. These cells function as sites of emergence and growth: their contents are not fixed, but in constant motion, projected, animated, and continuously transformed through digital processes.

The drawings within this structure do not form a static composition, but a dynamic system. They are continuously overwritten, expanded, and reinterpreted through digital interventions. In this process, the boundaries between original and copy, between author and algorithm, become blurred. The work thus reflects contemporary debates around authorship, creativity, and the role of artificial intelligence in artistic practice.

Ergänzt wird dieses visuelle Gefüge durch KI-gestützte Animationen, in denen hybride Figuren zwischen Mensch und Pflanze erscheinen. Sie treten nicht als illustrative Motive auf, sondern als Teil eines erweiterten Zeichensystems, das Autorschaft, Kontrolle und Intentionalität infrage stellt. Zwischen algorithmischer Logik und organischer Anmutung entsteht ein Spannungsfeld aus Struktur und Zufall, Wachstum und Zerfall.

Die gesellschaftliche Relevanz von Keimzellen liegt in der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Transformationsprozessen von Sprache und Wissen. In einer Epoche, in der künstliche Intelligenz zunehmend an der Produktion von Bildern, Texten und Bedeutungen beteiligt ist, fragt die Arbeit nach neuen Formen von Verständigung jenseits anthropozentrischer Ordnungen. Historisch knüpft die Arbeit an lange Linien der Schrift- und Zeichengeschichte an, von frühen Symbolsystemen über biologische Metaphern der Moderne bis hin zu posthumanen Denkmodellen der Gegenwart.

Keimzellen entwirft ein offenes Alphabet des Posthumanen: ein Sprachsystem, das sich nicht fixieren lässt, sondern sich permanent verändert. Die Installation lädt dazu ein, Sprache nicht länger als Instrument der Beherrschung zu lesen, sondern als dynamisches Geflecht von Beziehungen zwischen Körper, Umwelt und Technologie.

Präsentation

Entwickelt für das internationale Symposium "Luminosity" in Chicago, 2025.

Ausstellungen

2025 "Luminosity", Chicago Danz Theater, Chicago, USA
2025 "Meta Mind Houses", Kubus, Hannover, Deutschland
2025 "LIGHTWAVES", Sangkasa Gallery, Yogyakarta, Indonesia
2025 "Parallel Universes", OCT, Shenzhen, China

Technische Anforderungen

1 Projektor
1 Mediaplayer
Abgedunkelter Raum
Projektionsfläche ab ca. 3 m Breite (Wand oder Leinwand)